Karte / Badeweiher Burgheim

Badeweiher Burgheim

Dieses Projekt zielt primär darauf, das Naherholungsangebot in der Region zu optimieren. Aufgrund der Westrandlage innerhalb der Region 10 bietet es aber auch zwei weitere Chancen: Die Konzentration im Ballungsraum Ingolstadt vieler Erholungssuchender auf die vergleichsweise wenigen Badegewässer lässt sich durch die künftig schnellere Verkehrsanbindung weiter entzerren. Die unmittelbare Nähe zum Juragebiet im Norden, als auch zum Nachbarlandkreis Donau-Ries respektive benachbarten Regierungsbezirk Schwaben stellt ein integratives Element im Rahmen interkommunaler Kooperationen dar.

 

Die Basis für dieses Projekt bilden sowohl das Kiesweiherkonzept „Leben nach dem Kies“, als auch das Jugendkonzept aus der vergangenen LEADER-Förderperiode. Des Weiteren wurde das Thema Naherholung, insbesondere Badeseen, als einer der zentralen Punkte in den Arbeitskreisen, der Ideenwerkstatt sowie auf  weiteren Plattformen der Bürgerbeteiligung behandelt.

In der gesamten Region gibt es einige Badeseen. Hintergrund: Insbesondere entlang der Donau und im Donaumoos reihen sich, bedingt durch jahrzehntelangen Kiesabbau, zahlreiche Kiesweiher aneinander. Viele dieser Kiesweiher wurden im Rahmen des Kiesweiherkonzeptes analysiert. Für einige davon wurde eine entsprechende Nachnutzung empfohlen. Inzwischen haben sich jedoch viele Kommunen dazu entschieden, die weichen Standortfaktoren ihrer Orte wieder zu stärken und die Badeseen in der Region auszubauen, da die bestehenden Potenziale bisher nicht genutzt wurden.

 

Projektbestandteile:

Der übliche Ansatz einer Folgenutzung nach dem Kiesabbau lautet häufig, dass das Gewässer der Natur überlassen wird. In dem oben genannten LEADER-Konzept mit dem Namen „Leben nach dem Kies“ wurde bereits auf eine deviante Form abgezielt. Hier spielen Naherholung und Fischereibelange eine zentrale Bedeutung. Als Ergebnis des Konzeptes folgt nun die Umsetzung.

 

Ein Ziel ist, die Fülle von Badegästen, die sich aktuell auf zahlreiche, oft nahe Naturschutzgebieten gelegene Gewässer verteilen, an einem speziell ausgewiesenen Badesee zu konzentrieren. Der benachbarte, ehemalige Kiesweiher mit dem leider etwas irreführenden Namen „Sportsee“ wird derzeit sowohl zum Baden, als auch fischereiwirtschaftlich genutzt. Die Naturbelassenheit des Sportsees nimmt dem Freizeitangebot Baden jedoch immer mehr den Raum. Den in unmittelbarer Nähe gelegenen, naturgeschützten Donauauen kommt dies zugute. Die Nutzung als Fischereigewässer hat überregionale Bedeutung und soll dort künftig die überwiegende Nutzung sein. Badegäste sollen fortan vom attraktiv gestalteten Badesee angezogen werden. Camping und Grillen sollen deshalb auch am Badesee möglich sein.

 

Wie erwähnt, wurde der Badesee in Burgheim in der vergangen Förderperiode LEADER im Rahmen der Studie „Leben nach dem Kies“ intensiv  betrachtet. Dabei wurde dem Gewässer unter anderem eine hohe Bedeutung als Badesee im Sinne der Naherholung attestiert. Der See ist in der Badesaison sehr stark frequentiert und erfährt dabei auch überregionalen Gästezuspruch. An schönen Badetagen, an Wochenenden oder während der Ferien liegt die Zahl der Besucher ersten – sicher nur subjektiven und damit inexakten-  Schätzungen zufolge im Durchschnitt zwischen 50 und 100 Badegästen pro Tag. Dennoch bleibt festzustellen, dass es aber deutlich an Attraktivität und Infrastruktur mangelt, was auch jüngste Aussagen aus der Bevölkerung und in den Medien belegen.

 

Dem Badesee kann trotz starker, bisheriger Nutzung eine gute Wasserqualität attestiert werden. Er rangiert aufgrund guter Messwerte in der Bewertung als sogenannter „EU-Badeweiher“. Dies ist Grundlage dafür, den See weiterhin in den Fokus der Nutzung als Badesee zu setzen.

 

Die an stark frequentierten Tagen nicht ausreichenden Parkplätze sind häufig Grund für wildes Parken in Grünstreifen, auf dem angrenzenden Geh- und Radweg oder auf der Liegewiese selbst. Die Ertüchtigung des bestehenden Parkplatzes im Nordosten des Sees ist eine kostengünstige Möglichkeit, die Ordnung der Parksituation zu gewährleisten.

 

Die relative Nähe zu Burgheim und seinen Ortsteilen, aber auch zu Nachbarorten wie Bertoldsheim, Rennertshofen sorgt für kurze Wege vom Wohnort in ein Erholungsgebiet. Durch Einrichtung von speziellen Fahrradabstellplätzen nahe dem See sollen Erholungssuchende motiviert werden, auf die Nutzung von Kraftfahrzeugen für die Fahrt an den See zu verzichten. Betrachtet man das Konzept mittel- und langfristig in puncto Ausbau von Gastronomie und Camping, so könnte die Nähe zum Donau-Radwanderweg dem Markt Burgheim und auch der westlichen Region des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen Entwicklungsmöglichkeiten im touristischen Segment eröffnen, die sich sonst nicht bieten würden.

 

Das eingangs beschriebene Ost-West-Gefälle der Bevölkerungsdichte im Kontext des Badeseeangebots bietet die Möglichkeit, den See als verkehrsgünstig gelegenes, verbindendes Element im Zentrum zwischen Boom-Region Ingolstadt und Donau-Lech-Gebiet zu etablieren.

 

Mittelfristiges Ziel ist auch die teilweise Einbeziehung der Umgebung des Sees, beispielsweise durch Schaffung von Stellplätzen für Camper oder auch der Etablierung eines Campingplatzes. Übernachtungsmöglichkeiten erhöhen auch für die lokale Gastronomie und den Einzelhandel die Einkommenssicherheit. Südlich grenzen an den derzeitigen See Vorrangflächen für Kiesabbau. Langfristig wird der Kiesabbau dort etabliert bleiben. Eine vorausschauende Sichtweise in Bezug auf die Folgenutzung ist daher angezeigt. Auch hier bietet der im vorliegenden Projekt beschriebene Ausbau Potenzial und Anregung, die künftig entstehenden Wasserflächen sinnvoll zu integrieren und bereits jetzt - zumindest im Ansatz - im Projektentwurf im Sinne der ganzheitlichen Sichtweise zu berücksichtigen.

 

Eine Zufahrtsregelung am Nordufer mittels Schranke ermöglicht den Zugang mit Fahrzeugen für den Uferunterhalt, unterbindet jedoch die bisher ungehinderte Zufahrt von Kraftfahrzeugen. Dies wiederum kommt dem Erholungswert am Nordufer zugute.

 

Der Badesee als Vorschulkinder- oder Klassenausflugsziel könnte das jeweilige Bildungsangebot bereichern. Das Westufer ist mittlerweile stark mit Schilf bewachsen. Dies hindert Eltern, ihre Kinder auf einfache Weise zu beaufsichtigen. Das Fehlen eines Flachwasserbereiches für Kleinkinder macht den See nicht uneingeschränkt für junge Familien attraktiv. Wasserspielgeräte wie Rutschen u. ä. sind vor allem für Kinder ab dem Kleinkindalter ein Anziehungspunkt. Badeplattformen oder andere würden neben dieser Zielgruppe auch von Erwachsenen gerne genutzt, bspw. als Möglichkeit zum kurzen Sonnenbad während einer ausgiebigen Schwimmrunde im See.

 

Vor allem ältere Mitmenschen beklagen die schmalen Zugangsmöglichkeiten zwischen den Schilfgürteln sowie die schlammige Verlandung im Uferbereich. Aber auch der in weiten Teilen fehlende Sand- oder Kiesstrand erschweren den Zugang ins Wasser.

 

Lärmschutz und bauliche Abgrenzung zur Straße dienen sowohl Sicherheits- wie Erholungsaspekten und machen die bestehende Liegewiese attraktiver für alle Personengruppen.

Badeweiher Burgheim
Marktplatz 13
86666 Burgheim